Chronik
350 Jahre Das Lamm in Familienbesitz, ist ein Jubiläum welches nur ganz selten begangen werden kann. 1660 erbaute Johan Georg Mutschler den heute ältesten Teil des Anwesens und betrieb dort eine Straußwirtschaft „den Weinzapf am ausgestrecktem Strauß“. Die positive Entwicklung führte am 27. Oktober 1737 zur Beantragung der Schildgerechtigkeit durch den seinerzeitigen Besitzer Joist Heinrich Mutschler, die auch durch die kurpfälzische Hofkammer nach Auferlegung einer Gebühr von 30 Gulden bewilligt wurde. Im Jahr 1879 heiratete der seinerzeitige Lammwirt Johannes Mutschler die Anna Katharina Schmitt und begründete damit die Verwandtschaft zu den heutigen Betreibern.
Es begann eine wechselvolle Geschichte der sich das Haus nicht vollumfänglich entziehen konnte. Das Lamm galt bereits in seiner frühen Zeit als das bestausgestattete Gasthaus Handschuhsheims. So stieg am 20. Dezember 1768 ein türkischer Fürst mit seiner Entourage hier ab. Die Reihe gekrönter Häupter die das Lamm besuchten endete – vorläufig – mit S.k.H. dem Kronprinzen von Burma der hier am 07. Januar 2006 nächtigte. Als bisher letztes „gekröntes Haupt“ durften wir den Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Horst Köhler mit Gattin am 16.04.2010 im Das Lamm Heidelberg begrüßen.
Handschuhsheims Aufstieg zum Fremdenverkehrsort wurde gestützt durch seine günstige Lage an der Verkehrsachse Heidelberg – Frankfurt. Zusätzlich sorgte die naturnahe Lage und das Mühltal für eine besondere Attraktion. Die prosperierende Gastronomie erlitt einen herben Rückschlag als 1846 die Main – Neckar – Bahn eröffnete und Handschuhsheim seine Stellung als Reisestation verlor. 1848 hieß es, der Umsatz sei durch diese Eröffnung um mehr als die Hälfte gesunken. Hierdurch und durch den Umstand das viele „Schwarzbrenner“ ihre Erzeugnisse verkauften erlitten die konzessionierten Gaststätten schwere Schäden und viele mussten aufgeben. In den Jahren 1906 bis 1909 wurde die Hauptverkehrsachse durch die Handschuhsheimer Landstraße in die Rottmannstraße verlegt. Dies führte ebenfalls zu einer enormen Einbuße für die Gastronomie, die entlang der Handschuhsheimer Landstraße angesiedelt war. Auch die Eingemeindung durch Heidelberg 1903 war ein Schlag für Handschuhsheims Gastronomie, finden doch bis heute keine Veranstaltungen der Stadt in Handschuhsheim statt.
1981 verkaufte der letzte Namensträger der Gründerfamilie das Lamm und wanderte nach Kanada aus. Im Jahr 2004 wurde das Haus dann durch die Dr. Fuhs Verwaltungs KG – und damit Verwandten der Gründerfamilie – erworben. Wie die anderen in ihrem Eigentum befindlichen Denkmäler wurde auch das Lamm behutsam in seiner ursprünglichen Form restauriert. Die marode Bausubstanz wie das Fachwerk der Ostseite wurde erneuert und zeigt heute den Originalzustand des Bauwerks. Das Tonnengewölbe von 1660 wurde in einzigartiger Weise restauriert und ist heute das einzige konzessionierte Kellergewölbe seiner Art der Gegend. Auch nach dem Brand, der am 01. Juli 2007 ausbrach, wurde mit viel Aufwand der Originalzustand des Gebäudeensembles wieder hergestellt.
2009 zeichnete die DEHOGA das Haus, als 3. kleinstes in ihrem Geltungsbereich, mit 4 Sternen aus. Diese Auszeichnung dokumentiert die Selbstverpflichtung auch in Zukunft die „gudd Stubb vun Hendesse“ zu sein.
Auch von Seiten der Familie sind die Weichen für die Zukunft gestellt. Im Februar des Jubiläumsjahres bestand Johannes Fuhs die Kochprüfung vor der IHK Rhein Neckar und legte damit den fachlichen Grundstein für die weitere Entwicklung des Hauses.







